Erstes Mutter-Kind-Haus Österreichs für haftentlassene Frauen eröffnet Das Haus bietet ehemals inhaftierten Müttern und ihren Kindern einen geschützten Wohnraum sowie ganzheitliche Unterstützung auf dem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben. Eröffnung mit Justizministerin Anna Sporrer, Erzbischof Josef Grünwidl und Geschäftsführerin Nicole Meissner.
Am Donnerstag, 25. Juni, wurde in der Burggasse im siebten Wiener Gemeindebezirk das Mutter-Kind-Haus Justitia Collegialität der St. Elisabeth-Stiftung der Erzdiözese Wien feierlich eröffnet. Die Eröffnung nahmen Anna Sporrer, Bundesministerin für Justiz, Josef Grünwidl, Erzbischof von Wien, und Nicole Meissner, Geschäftsführerin der St. Elisabeth-Stiftung der Erzdiözese Wien, gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Justiz, Sozialarbeit und der Zivilgesellschaft vor. Das Projekt ist das erste seiner Art in Österreich und bietet haftentlassenen Müttern mit ihren Kindern Wohn- und Unterstützungsangebote, um nach der Haft ein selbstbestimmtes und sicheres Leben führen zu können. Auch Frauen, die allein leben, steht das Mutter-Kind-Haus offen.
Zuhause für Neuanfang
Bei der Eröffnung unterstrich Justizministerin Anna Sporrer die Bedeutung des Mutter-Kind-Hauses für die erfolgreiche Resozialisierung der Bewohnerinnen: „Mit dieser Einrichtung schaffen wir einen sicheren Raum, in dem Frauen nach ihrer Haftentlassung neu anfangen können. Hier bieten wir ihnen die entscheidenden Voraussetzungen für einen gelungenen Übergang in ein selbstbestimmtes Leben: stabile Wohnverhältnisse, gezielte Unterstützung und die Stärkung familiärer Bindungen. Damit leisten wir nicht nur einen wichtigen Beitrag für die Zukunft der betroffenen Frauen und ihrer Kinder, sondern auch für die Sicherheit unserer gesamten Gesellschaft, weil erfolgreiche Resozialisierung Rückfälle verhindert.“
Erzbischof Josef Grünwidl segnete das neue Projekt und erklärte: „Es ist unsere Kernaufgabe als Kirche, Menschen am Rand unserer Gesellschaft zu begleiten und ihnen zu zeigen: Wichtiger als deine Vergangenheit ist deine Zukunft. Genau das möchten wir in diesem Mutter-Kind-Haus für haftentlassene Mütter und ihre Kinder ermöglichen.“
Das Mutter-Kind-Haus Justitia wirke weit in die Gesellschaft hinein, sagte Nicole Meissner von der St. Elisabeth-Stiftung: „Mit dem Mutter-Kind-Haus Justitia Collegialität schaffen wir einen Ort der Sicherheit, Orientierung und Zuversicht – einen Ort, an dem Frauen und ihre Kinder Halt finden, neue Perspektiven entwickeln und die Chance auf einen selbstbestimmten Neuanfang erhalten. Was hier im Kleinen beginnt, wirkt weit in unsere Gesellschaft hinein.“
Einzigartiges Projekt für vulnerable Zielgruppe
Frauen machen zwar nur 6,89 % der Insassinnen und Insassen in österreichischen Justizanstalten aus (Bundesministerium für Justiz, 2025), doch nach der Haft stehen sie vor besonders komplexen Herausforderungen: Wohnungslosigkeit, Obsorgefragen, gesundheitliche Belastungen und die Integration in den Arbeitsmarkt. Das Mutter-Kind-Haus Justitia Collegialität bietet hier eine innovative Lösung und schafft:
- 15 Wohneinheiten für haftentlassene Frauen mit ein bis drei Kindern
- Intensive, interdisziplinäre Betreuung in den Bereichen Sozialarbeit, Sozialpädagogik und Psychotherapie
- Arbeitsintegration durch Berufsorientierung, Bewerbungstraining und AMS-Vermittlung
- Stärkung der Mutter-Kind-Beziehung und Vermeidung von Kindesabnahmen
- Vermeidung von Rückfällen durch Stabilisierung der Lebensverhältnisse
- Bildungs- und Freizeitangebote für Mütter und Kinder
Starke Unterstützung
Das Mutter-Kind-Haus Justitia Collegialität wurde durch das besondere Engagement und die finanzielle Unterstützung der Erzdiözese Wien, des Bundesministeriums für Justiz und der Privatstiftung Collegialität ermöglicht. Nicole Meissner hob bei der Eröffnung die gute Zusammenarbeit und starke Unterstützung der Projektpartner hervor: „Mein herzlicher Dank gilt allen Unterstützerinnen und Unterstützern, die dieses Projekt möglich gemacht haben und gemeinsam mit uns Zukunft gestalten.“
Über die St. Elisabeth-Stiftung
Unter dem Motto „Mama, du schaffst das!“ unterstützt die St. Elisabeth-Stiftung der Erzdiözese Wien schwangere Frauen, wohnungslose alleinerziehende Mütter mit ihren Kindern und Familien in schwierigen Lebenssituationen sowie obdachlose Menschen. Das vielseitige Angebot der Stiftung umfasst einen Beratungsbereich mit einer Familien-, Rechts- und Schwangerenberatungsstelle sowie einem psychotherapeutischen Angebot, einen Wohnbereich mit fünf Mutter-Kind-Einrichtungen und einem eigenen sozialpädagogischen Team sowie Startwohnungen. Direkte Hilfe bietet die Stiftung auch über das Sachspendenlager an.
Das Mobil betreute Wohnen ermöglicht ein weitgehend selbstständiges Wohnen mit bedarfsorientierter Begleitung. Mit dem Sozialen Wohnungsmanagement können Wohnungen an obdachlose Menschen vermittelt werden. Ebenso bietet die Stiftung einen Arbeitsintegrationsbereich an, zu welchem die Web- und Kreativwerkstatt, klassische Arbeitsintegration, Mamas Werkstatt sowie Mamas Café gehören.
Die St. Elisabeth-Stiftung führt das Österreichische Spendengütesiegel, Spenden sind steuerlich absetzbar. Spendenkonto | IBAN: AT30 1919 0000 0016 6801
Rückfragen
Erzdiözese Wien
Mag. Oliver Steinringer, BA
Presseteam
Telefon: +43 676 346 55 09
E-Mail: o.steinringer@edw.or.at
Bundesministerium für Justiz
DSA Sina Bründler-Lerner, MAS
Ressortmediensprecherin
Telefon: +43 676 89 89 12 070
E-Mail: medienstelle.ressort@bmj.gv.at