Justizministerin Anna Sporrer hält Festrede anlässlich der Benennung des Hans Kelsen-Konferenzsaals am Gerichtshof der Europäischen Union

Würdigung eines der bedeutendsten Rechtswissenschaftler des 20. Jahrhunderts

Bundesministerin für Justiz Anna Sporrer hielt am 4. Juni 2026 bei der feierlichen Zeremonie zur Benennung des Hans Kelsen-Konferenzsaals im Thomas More-Gebäude des Europäischen Gerichts (EuG) in Luxemburg die Festrede. Eröffnet wurde die Festveranstaltung von EuGH-Präsident Koen Lenaerts, unter den über 100 Festgästen waren auch die österreichischen Richter:innen an EuGH und EuG, Andreas Kumin, Elisabeth Tichy-Fisslberger und Gerhard Hesse.

In ihrer Festrede würdigte die Justizministerin Hans Kelsen als einen der bedeutendsten Rechtswissenschaftler des 20. Jahrhunderts und als prägenden Architekten der österreichischen Bundesverfassung. Kelsens Werk habe sie bereits während ihres Studiums begleitet und sei auch heute noch richtungsweisend für ihre Arbeit als Justizministerin.

Vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten betonte Sporrer die bleibende Aktualität von Kelsens Denken: „Politik muss dem Recht folgen – und nicht umgekehrt“, hob die Ministerin hervor.

In ihrer Ansprache würdigte Sporrer seinen nachhaltigen Einfluss auf die europäische Rechtsordnung. Als Professor an der Universität Wien, Richter des Verfassungsgerichtshofes und international anerkannter Rechtsgelehrter habe er die Entwicklung des modernen Verfassungsstaates maßgeblich geprägt.

Mit der Benennung des Konferenzsaals würdigt der Gerichtshof der Europäischen Union das Vermächtnis eines österreichischen Juristen und setzt ein sichtbares Zeichen für die Werte, die Hans Kelsen verkörperte: Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und die Achtung der Grundrechte.