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Sterbehilfe

Zum Thema Sterbehilfe soll es jetzt ein neues Gesetz geben.

Was ist Sterbehilfe?

Manche Menschen möchten sterben.
Zum Beispiel, weil sie eine schlimme Krankheit haben.
Vielleicht kann man die Krankheit nicht heilen.
Oder der kranke Mensch hat starke Schmerzen.

Deshalb möchten manche Menschen ihr Leben selber beenden.
Dazu sagt man auch Selbst-Mord, Selbst-Tötung oder Suizid.

Manche Menschen können einen Suizid aber nicht alleine machen.
Zum Beispiel, weil sie sich nicht bewegen können.

Sie brauchen Hilfe von anderen Menschen,
um ihr Leben zu beenden.

Wenn eine Person einem anderen Menschen dabei hilft,
dass der Mensch sich selber töten kann:
Dann sagt man dazu Sterbehilfe.

Sterbehilfe war lange Zeit verboten

Sterbehilfe war in Österreich lange Zeit verboten.
Und auch das war verboten:
Wenn man zu einer Person gesagt hat,
sie soll ihr Leben selber beenden.

Wenn man einem Menschen beim Sterben geholfen hat,
dann konnte man dafür bestraft werden.

Man musste dann ins Gefängnis:
Zwischen 6 Monaten und bis zu 5 Jahren.

Sterbehilfe ist jetzt nicht mehr verboten

Seit dem 11. Dezember 2020 ist Sterbehilfe nicht mehr verboten.
Das hat der Verfassungs-Gerichtshof entschieden.
Das ist eines der höchsten Gerichte in Österreich.

Der Verfassungs-Gerichtshof fordert aber auch:
Die Regierung muss ein neues Gesetz zum Thema Sterbehilfe machen.
Denn bei der Sterbehilfe soll es keinen Missbrauch geben.

Möchte eine Person sterben?
Dann ist das wichtig:
Die Person muss ganz alleine entscheiden,
dass sie sterben möchte.
Niemand darf die Person dabei beeinflussen.
Zum Beispiel darf niemand zu der Person sagen:
„Beende doch dein Leben.
Das ist besser für dich.“

Solche Dinge soll ein neues Gesetz besser regeln.

Gespräche über Sterbehilfe

Das Bundes-Ministerium für Justiz
hat im April verschiedene Menschen zum Gespräch eingeladen:
Zum Beispiel Expertinnen und Experten zum Thema Sterbehilfe.
Aber auch andere Personen waren eingeladen.
Diese Menschen sollten gemeinsam über das Thema Sterbehilfe sprechen.
Sie sollten auch Fragen zu dem Thema beantworten.
Diese Gespräche hat man Dialog-Forum Sterbehilfe genannt.

Die Ergebnisse von dem Dialog-Forum Sterbehilfe
wurden in einem Bericht aufgeschrieben.
Man kann den Bericht auch hier nachlesen: Bericht (PDF, 409 KB)

Die Ergebnisse von dem Dialog-Forum Sterbehilfe sind wichtig.
Die Ergebnisse sollen helfen,
dass man ein neues Gesetz machen kann.

Ein neues Gesetz: Das Sterbe-Verfügungs-Gesetz

Am 23. Oktober 2021 hat die Bundes-Regierung nun
einen Entwurf für ein neues Gesetz vorgelegt.
Dieses Gesetz heißt: Sterbe-Verfügungs-Gesetz.
Das Gesetz regelt diese Themen:

  • In welchen Fällen darf eine Person
    einem anderen Menschen beim Sterben helfen?
    Das soll zum Beispiel dann erlaubt sein:
    Wenn der Mensch schwer krank ist.

Für Jugendliche soll das neue Gesetz nicht gelten.
Jugendlichen darf man nicht beim Sterben helfen.

  • Wie kann man bei diesem Gesetz einen Missbrauch verhindern?
    Ein Missbrauch kann zum Beispiel sein:
    Eine Person drängt einen anderen Menschen dazu,
    sich selber zu töten.
    Dabei möchte die Person gar nicht sterben.
  • Welche Strafe gibt es,
    wenn man sich nicht an das neue Gesetz hält?
  • Das Gesetz soll am 1. Jänner 2022 in Kraft treten.

Wie werden sterbende Menschen versorgt?

In Österreich gibt es die Hospiz-Versorgung
und die Palliativ-Versorgung.

In beiden Bereichen arbeiten Menschen,
die sich sehr gut mit dem Thema Sterben auskennen.

Das Personal aus beiden Bereichen
betreut Menschen in den letzten Wochen ihres Lebens.
Personen aus der Hospiz-Versorgung
helfen dem sterbenden Menschen zum Beispiel mit Gesprächen.

Sie helfen auch den Angehörigen des sterbenden Menschen.
Sie erklären den Angehörigen zum Beispiel etwas
zum Thema Tod und Sterben.

Personen aus der Palliativ-Versorgung
geben dem sterbenden Menschen zum Beispiel auch Medikamente.
Damit der Mensch weniger Schmerzen hat.

In Krankenhäusern gibt es auch Palliativ-Stationen.
In diesen Stationen liegen sterbende Menschen.
Diese Menschen werden dort
mehrere Tage oder Wochen betreut und gepflegt.

Bessere Begleitung von sterbenden Menschen

Für die Hospiz- und Palliativ-Versorgung
möchte die Regierung jetzt mehr Geld ausgeben.
Damit es in Österreich mehr Hospiz- und Palliativ-Versorgung gibt.
Und damit die beiden Bereiche noch besser werden.
Alle schwerkranken Menschen in Österreich
sollen eine Hospiz- und Palliativ-Versorgung
in der Nähe von ihrem Wohnort haben.

Diese Maßnahme soll es zusätzlich
zu dem neuen Sterbe-Verfügungs-Gesetz geben.
Denn eine gute Hospiz- und Palliativ-Versorgung ist wichtig.

Damit schwerkranke Menschen wissen:
Auch wenn es mir sehr schlecht geht,
werde ich in Österreich gut versorgt.

Wenn es eine gute Hospiz- und Palliativ-Versorgung gibt,
dann können sich schwerkranke Menschen besser entscheiden:
Möchte ich mein Leben selber beenden?
Oder möchte ich warten, bis ich von alleine sterbe?

Der Verfassungs-Gerichtshof findet diese Maßnahmen gut.
Er sagt aber auch:
Alle Menschen sollen am Ende ihres Lebens gut gepflegt werden:
Ärmere Menschen und reichere Menschen.

Meinungen zum neuen Sterbe-Verfügungs-Gesetz

Viele Personen sind der Meinung:
Wenn es eine gute Hospiz- und Palliativ-Versorgung gibt,
dann wollen weniger Menschen sterben.
Diese Meinung haben auch:

  • Personen, die bei dem Dialog-Forum Sterbehilfe dabei waren.
  • Personen von der Suizid-Prävention.
    Das bedeutet ungefähr: Verhindern von Selbstmord.
    Die Suizid-Prävention ist eine Gruppe von Personen.
    Sie setzen sich für Maßnahmen ein,
    damit weniger Menschen sich selbst töten.